Wasser, Menschenrecht oder Handelsgut?

Heute wurde in den Medien intensiv über das Thema „Privatisierung der Wasserversorgung“ berichtet.
Über viele Folgen wurde berichtet. So werden steigende Preise und sinkende Wasserqualität immer wieder angeführt.

Ein ganz zentraler Punkt kommt aber meines Erachtens zu kurz:

Wasser ist die kostbarste natürliche Ressource der Erde. Sauberes Wasser, das sich für die Trinkwasserversorgung eignet, steht uns dabei aber bei Weitem nicht in unbegrenzter Menge zur Verfügung. Ein nachhaltiger Umgang mit Trinkwasser ist daher zwingend notwendig. Dies kann heute bereits in einigen Regionen Bayerns nicht gewährleistet werden. Wasserärmere Regionen Frankens sind schon jetzt auf „Fernwasser“ angewiesen, das aus weit entfernten Wassergewinnungsgebieten bezogen wird.

Die Öffnung des Wassermarktes könnte derartige Versorgungsabhängigkeiten weiter verstärken, was dazu führt, dass in Regionen mit reichlichen und leicht zu gewinnenden Grundwasserreserven die Wasserförderung unverhältnismäßig stark zunehmen wird. Trinkwasser könnte von großen Konzernen als Lebensmittel-Produkt gesehen werden, dessen Absatz maximiert werden soll.
Wie könnte das dann aussehen?

Die derzeit ausgewiesenen Wasserschutzgebiete sind in der Regel für eine bestimmte Fördermenge bestimmt worden. Würde die Fördermenge erhöht werden, vergrößern sich auch die Einzugsgebiete der Wasserfassungen (zumindest bei Grundwasserentnahmen), was dazu führt, dass die Schützbarkeit der Entnahmestelle vor Verunreinigungen in Frage zu stellen wäre.

Das gesteigerte Interesse an großen Trinkwassermengen führt dazu, dass neue Wasservorkommen erschlossen werden müssen. Natürlich wird dabei versucht, möglichst sauberes Grundwasser zu erschließen, um Aufbereitungskosten zu vermeiden. Das neu erschlossene Wasser benötigt schließlich auch ein Wasserschutzgebiet. Innerhalb dieses Schutzgebietes entstehen völlig neue Nutzungskonflikte, die dort bislang nicht existierten: Landwirtschaft und Bauplanungen werden eingeschränkt und teurer.

Wie groß die Konsequenzen einer Privatisierung der Wasserversorgung tatsächlich sind, ist schwer vorhersehbar. Viel leichter ist es zu prognostizieren, dass diese Konsequenzen v.a. in Nutzungskonflikten innerhalb von Wassereinzugsgebieten sowie in nicht nachhaltigen Wasserentnahmen zu suchen sind.

Bis eine Entscheidung im “Wasserstreit” fällt, wird noch viel Wasser die Donau runterlaufen. Andererseits hat die EU schon bei neuerlichen Richtlinien des Europäischen Naturschutzrechts gezeigt, wie konsequenzenreich Entscheidungen aus Brüssel sein können.

Aktionstag Moore in Sonthofen

Am 25. Februar 2011 veranstaltete die Allgäuer Moorallianz zum Abschluss ihrer Wanderausstellung „Baden in der Faszination der Moore“ den Aktionstag „Moore, Klima – Zukunft“ in Sonthofen. Diese Veranstaltung wurde von uns durch einen Fachvortrag zu dem Thema „Hochwasserschutz durch Moorschutz“ von Dr. Florian Schober begleitet.

Heute werden Moore meist im Zusammenhang mit Klimaschutz und Treibhausgasen gesehen. Dass intakte Moorflächen auch einen entscheidenden Beitrag zur Wasserretention und damit zum Hochwasserschutz leisten können, war für viele Besucher des Aktionstages mit einem Aha-Effekt verbunden.

Wollen Sie mehr zu diesem Thema erfahren? Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Vortrag_HochwasserGruppenfoto

Hochwasserlage in Deutschland

Das neue Jahr ist angebrochen, und die Schneefälle  haben sich in weiten Teilen Deutschlands in Regen verwandelt.

Gleichzeitig steigen mit der einsetzenden Schneeschmelze auch die Pegel vieler Gewässer an. Derzeit hört, liest und sieht man in der Presse immer wieder weitere Meldungen über Hochwasser und gesperrte Strassenabschnitte. In den nächsten Tagen sind weitere Niederschläge in mehreren Regionen Deutschlands zu erwarten, was zu einer zusätzlich verschärften Hochwasserlage führen kann.

Abzuwarten ist, ob es bei den hochwassererprobten Gemeinden und Städten wie Köln oder Würzburg, die sich in den letzten Jahren durch moderne Frühwarnsysteme und aufwendige Hochwasserschutzmaßnahmen vorbereitet haben, trotz allem noch zu unerwarteten Überschwemmungen kommen wird.

Informieren kann man über die derzeitige Hochwasserlage auf der Website des länderübergreifenden Hochwasserportals der Bundesländer unter hochwasserzentralen.de oder hochwasserzentralen.info.

Hochwasserrisikomanagment-Plan Main steht online!

Als erste Umsetzung entlang der europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie ist seit dem 20ten Dezember der Hochwasserrisikomanagment-Plan für das bayerische Maineinzugsgebiet nun online verfügbar. Gemeinden, Städten und Bürgern stehen Unterlagen zur Verfügung um Hochwasserrisiken besser einschätzen zu können.

Bis 2015 sind die europäischen Länder angehalten, Gewässer mit signifikanten Hochwasserrisiken auszuweisen, sowie Gefahren- und Risikokarten zu erstellen. Diese müssen in einem Hochwasserrisikomanagement-Plan ausgewiesen werden. Der Managementplan Main ist als Vorreiterprojekt in diesem Umfang für Bayern und Deutschland der erste Plan dieser Art.

Weiterführende Informationen, ein Informationsfaltblatt, sowie der Hochwasserrisikomanagment-Plan sind auf der Homepage zu  finden.

(Quelle: hopla-main.de)

Hochwassergefahrenkartierung (Quelle: hopla-main.de)

(Quelle: hopla-main.de)

Einzugsgebiet bayerischer Main (Quelle: hopla-main.de)

Jahrestagung 2010 des AK – Hydrologie

Nach der Jahrestagung des AK-Hydrologie in Halle im vergangenem Jahr, fand die diesjährige Jahrestagung am 19ten und 20ten November in Berlin, am Institut für Geographische Wissenschaften der Freien Universität Berlin, auf dem Geo-Campus Lankwitz statt. Eine Vielzahl an Vorträgen zum Thema Hydrologie, sowie eine Exkursion zum Thema “Geomorphologie und Wasser- und Grundwasserprobleme im bebauten Raum der Berliner Innenstadt” unter Leitung von PD Dr. Georg Schulz rundeten die Tagung ab.

Der Arbeitskreis Hydrologie stellt eine Interessensgemeinschaft von Geographen aus dem Verband der Geographen an Deutschen Hochschulen dar. Anfangs noch im Jahr 1979 als Diskussionsplattform für fachspezifische Fragen  gegründet, ist der Arbeitskreis Hydrologie heute ein offener Arbeitskreis für alle hydrologisch arbeitenden Wissenschaftler, und versteht sich selbst als Wissennetzwerk. Der Arbeitskreis bereitet jedes Jahr diverse Sitzungen, Exkursionen und Fachbeiträge in Zeitschriften vor, und steht der allgemein Presse in Öffentlichkeitsfragen zu Verfügung.

Weitere Informationen und die Präsentationen diverser Teilnehmer sind zeitnah auf der Website des AK-Hydrologie zu finden, erreichbar über die untenstehende Bildverlinkung.